|
|||||||
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Der unwerte Mann Meint ewig zu leben, Wenn er vor Gefechten flieht. Das Alter gönnt ihm Doch endlich nicht Frieden. Obwohl der Speer ihn spart. · Havamal ·
navigations-ansicht [ normal | sitemap | keine ] Bisher 1640603 Besucher |
Wikingereinfälle in PrümMaterialsammlung
Die Chronik des Abtes Regino von PrümNach der Ausgabe der Monumenta Germaniae Übersetzt von Dr. E. L. Dömmler (Berlin, 1857) 881[...] Um die selbe Zeit lief eine Flotte der Nordmannen in den Fluß Wal ein und legte bei der königlichen Pfalz Niumaga an, wo sie ihr Lager aufschlugen. Als dieser Vorfall zur Kenntnis Hludowic's gebracht worden war, zog er ohne Säumen mit einem Heere herbei und belagerte sie in ihrer Befestigung. Nachdem sie einige Tage hinduch mit einander gestritten hatten, vermochte er doch nicht völlig obzusiegen, weil die Pfalz in ihrem ungeheuern Umfange und ihrer wunderbar festen Bauart den Feinden eine überaus sichere Zuflucht darbot. Bei diesen Kämpfen wurde von den Gegnern Eberhard der Sachse, der Sohn des Grafen Meginhard, ergriffen und als Gefangener fortgeführt; ihm empfing später seine Mutter Evefa unter Zahlung eines hohen Preises unversehrt zurück. Zuletzt zog der König mit allen seinen Truppen ab, nachdem er das Versprechen erhalten, daß wenn er die Belagerung aufhöbe, die Nordmannen sofort sein Reich verlassen würden. Als jener den Rückzug antrat, übergeben die Heiden die Pfalz mit ihren Befestigungen den Flammen, besteigen ihre Schiffe und kehren zu den Rheinmündungen zurück. Desgleichen lagerten in demselben Jahre im Monat November zwei Nordmannenkönige Godefrid und Sigifrid mit einer unübersehlichen Menge von Fußgängern und Reitern an einem Orte, der Ahslon heißt, in der Nähe der Maaß. Und auf ihrem ersten Einfall verwüsten sie die umliegenden Orte und verbrennen die Stadt Leodium, die Burg Trajectum und die tungrische Stadt; bei ihrem zweiten Einbruch ergießen sie sich über das Gebiet der Ribuarier und verheeren alles mit Mord, Raub und Brand, die Städte Köln und Bunna mit den nahe liegenden Burgen, das heißt Tulpiacum, Juliacum und Niusa, lassen sie vom Feuer verzehren; hiernach legen sie die Pfalz Achen und die Klöster Inda, Malmundarias und Stabulaus in Asche. Im I.d.h.M. 882Den Arduennawald durchstreifend, dringen sie gerade am Tage der Erscheinung des Herrn in das Kloster Prumia ein, wo sie sich drei Tage aufhalten und die ganze umliegende Gegen ausplündern. In diesem Landstrich sammelt sich eine unzählige Menge von Fußvolk von den Aeckern und Landgütern in einem Haufen und rückt wie zum Kampfe gegen jene vor. Aber die Nordmannen, als sie dies Bauernvolk nicht sowohl waffenlos als vielmehr von aller Kriegszucht entblößt sahen, fallen mit Geschrei über sie her und strecken sie unter einem solchen Gemetzel nieder, daß unvernünftiges Vieh, nicht Menschen geschlachtet zu werden schienen. Nachdem dies also vollbracht war, kehren sie beutebeladen in ihr Lager zurück. Als sie abzogen, verzehrte bald das Feuer, welches in verschiedenen Gebäuden brennend zurückgeblieben war, das Kloster, weil Niemand zum Löschen da war. [...] 892Im Monat Februar setzten die Normannen, die bei den Schiffen zurückgeblieben waren, über die Maaß, drangen in den Gau der Ribuarier ein und gemäß der ihnen angeborenen Grausamkeit alles vertilgend, kamen sie bis nach Bunna. Als sie von dort abgezogen, besetzten sie ein Dorf, das Landulfesdorf genannt wird, wo ihnen ein Heer der Christen begegnete, aber nichts vollführt, was man als tapfere That hätte preisen können. Bei Einbruch der Nacht verließen die Nordmannen das genannte Dorf und, weil sie einen feindlichen Angriff fürchteten, wagten sie durchaus nicht sich der Ebene und den Blachfeldern anzuvertrauen, sondern sie hielten sich beständig in den Wäldern und ließen das Heer links im Rücken. So richteten sie ihren Marsch mit der größten Schnelligkeit, die ihnen möglich war, nach dem Kloster Prumia und kaum entwichen der Abt und die Kongregation der Brüder noch durch die Flucht, als jene soeben im Begriffe waren einzudringen. Die Nordmannen jedoch, wie sie das Kloster betreten, verwüsteten alles, töteten einige von den Mönchen, erschlugen den größten Theil der Dienstleute und führten die übrigen als Gefangene fort. Von dort aufbrechend, dringen sie in den Arduennenwald vor, wo sie eine Burg, die auf einer hervorragenden Bergspitze neuerdings erbaut, einer zahllosen Volksmenge Zuflucht gewährte, angreifen und ohne Verzug erobern; nachdem sie alle getötet, kehren sie mit ungeheurer Beute zur Flotte zurück und fahren auf schwer beladenen Schiffen mit ihrer gesammten Mannschaft nach den überseeischen Landschaften. [...] Fußnoten:
Urkunde Karls des Dritten aus dem Jahre 882Karl schenkt dem von den Normannen verwüsteten Kloster Prüm den Hof Neckarau und den dritten Teil des Waldes in Liudoluesheim. Worms 882 Mai 22. In nomine sanctae et individue trinitatis. Karolus divina favente clementia imperater a gustus. Si erga leca divino cultu mancipata, maxime tamen ea quae ab infestatione paganorum diruta esse nescuntur, serenitatis nostrae clementiam exercemus, inde nobis aeterne retributionis praemia prevenire liquido confidimus. Quapropter noverit omnium fidelium nostrorum praesentium videlicet et futurorum industria, qualiter nos ad monasterium, quad dicitur Brumia in honore sancti Salvatoris constructum, audita infestatione paganorum qui dicuntur Nordmanni ad eundem monasterium erumpentium quandam curtam nostram quae dicitur Nechkarauuua in comitatu Loubungouue cum omnibus ad eam legitime aspicientibus mancipiis aedificiis terris agris vineis campis pratis pascuis aquis aquarumve decursibus exitibus et reditibus mobilibus et immobilibus et tertiam partem silve quae pertinet ad Liudoluesheim iure perpetuo tradimus atque de nostra dominatione in ius et dominationem ipsius monasterii per hoc nostrae auctoritatis praeceptum donamus atque transfundimus, ea videlicet ratione ut rectores ipsius monasterii de supra dicta curte et tertia parte praenominate silvae liberam ac securam habeant potestatem ordinandi regendi et disponendi secundum suum libitum et utilitatem sepe fati monasterii et fratrum ibidem deo famulantium. Et ut haec auctoritas largitionis nostrae deinceps inviolabilis habeatur et per futura saecula ab omnibus diligentius observetur, hoc idem praeceptum propria manu subter adfirmavimus et anulo nostro sigillari iussimus. Signum domni Karoli (M.) serenissimi imperatoris augusti. Vualdo notarius advicem Liutuuardi archicancellarii recognovi. Data XI kal. iun. anno incarnationis domini DCCCLXXXII, indictione XV, anno vero imperii piissimi imperatoris Karoli II; actum in Uuormatia civitate; in dei nomine feliciter amen. Annales Fuldenses Pars III881 DCCCLXXXI.s Hibernum tempus valde prolixum et animalibus diversi generis pernoxium. Nam tellus verno tempore glaciali rigore constricta animalibus solita negavit pascua, et illa fame et frigore maxima ex parte perierunt, etiam propter sterilitatem anni prioris. Rex post pascha in Galliam profectus Hugonem Hlotharii ex Waldrata filium ad se venientem in suum suscepit dominium et [ei] abbatias et comitatus (ei) in beneficium dedit, ut ei fidem servaret. Sed ille pravorum usus consilio fidem mentitus regi molestus efficitur; quapropter regis exercitus illum persecutus in Burgundiam fugero compulit. Rex cum suo nepote Hludowico apud villam Gundolfi congruum habuit colloquium; inde transiens omne tempus aestivum in Baioaria moratus est. Nepos vero illius cum Nordmannis dimicans nobiliter triumphavit; nam novem milia equitum ex eis occidisse perhibetur. At illi instaurato exercitu et amplificato numero equitum plurima loca in regione regis nostri vastaverunt, hoc est Cameracum, Traiectum et pagum Haspanicum totamque Ripuariam, praecipua etiam monasteria, id est Prumiam, Indam, Stabulaus, Malmundarium et Aquense palatiumi, ubi in capella regis equis suis stabulum fecerunt. Praeterea Agrippinam Coloniam et Bunnam civitates cum aecclesiis et (caeteris) aedificiis incenderunt. Qui autem inde evadere potuerunt, sive canonici sive sanctimoniales, Mogontiacum fugerunt, thesauros aecclesiarum et sanctorum corpora secum portantes. Rex apud Franconofurt gravi infirmitate laborabat et, quia ipse non potuit, exercitum suum contra Nordmannos destinavit. Tertio Kal. Ianuar. ante galli cantum Mogontiaci terrae motus factus est magnus, ita ut aedificiis conquassatis vasa fictilia, sicut compositores luti fatebantur, inviceni so conlidentes frangerentur. Walther Vogel: Die Normannen und das Fränkische ReichFünftes Kapitel. [...] Selbst das Kloster Prüm im öden Eifelgebirge war nicht sicher vor den Plündereren. Am 6. Januar 882 rückten die Normannen dort ein und hausten drei Tage in der Umgegend. In seiner Verzweiflung griff das Landvolk zu den Waffen, rottete sich zusammen und fiel seine Peiniger an. Doch diese setzten die zwar nicht waffenlosen, aber undisziplinierten Haufen schon durch ihr furchtbares Angriffsgeschrei in Verwirrung und schlachteten sie wie eine Herde Vieh ab. So sehr war auch schon im ostfränkischen Land der Bauer den Waffen entwöhnt. - Vor ihrem Abzug legten die Normannen an verschiedenen Stellen des Klosters Feuer an, und da keine Menschenseele zurückgeblieben war, die das Feuer hätte löschen können, brannten die Gebäude sämtlich nieder. Von Prüm aus kehrten die Plünderer wohlbehalten und mit reicher Beute nach Elsloo zurück. Unzählige Menschen fielen damals dem Schwert der Normannen zum Opfer. Die Geistlichen, welche mit dem Leben davongekommen waren, retteten sich mit ihren Kirchenschätzen und Reliquien größtenteils nach Mainz. Welch buntes Gewühl von Flüchtlingen mag damals in den Straßen der alten Bischofsstadt auf und abgewogt haben, wie mögen die Kirchen- und Klostermauern widergehallt haben von dem dem Klagegeschrei und den jammernden Gebeten des geängstigten Volkes um Erretung vor der "Raserei der Normannen". Ein Erdebeben am vorletzten Tage des Jahres erhöhte noch die Angst und das bleiche Entsetzen. Und vergebens richteten sich die Blicke nach der einzgien Stelle, von der das Land Hülfe erwarten konnte. Wenige Stunden von Mainz, in der Pfalz Frankfurt, lag der Sieger von Thimon todkrank und unfähig, zur Rettung seines Reiches das Schwert zu ziehen. Er gab zwar dem Heere Befehl zum Abmarsch gegen die Normannen, aber natürlich rückten die Scharen, ohne kräftige Führung, nur langsam und zögernd vor. Einen Kommentar schreiben:Bitte gib deinen richtigen Namen und deine EMail Adresse an, wenn du einen Kommentar abgeben möchtest. Einträge ohne diese Angaben werden von uns abgelehnt und gegebenenfalls gelöscht. Wir bitten um konstruktive Kritik und qualifizierte Kommentare! Wir behalten uns vor Beiträge ohne Nennung von Gründen zu löschen. Mehr Info | ||||||
Kommentare zu diesem Beitrag:
08.12.2007, 00:42 Uhr
Die Urkunde aus dem Jahr 892 ist die erste urkundliche erwähnung des Dorfes Landulfesdorf.Es heißt heute LANNESDORF und liegt in der Tat am linken Rheinufer. Es gehört zum Stadtbezirk Godesberg (damals Wodanesberg) der Stadt Bonn.
Grüße aus dem schönen Lannesdorf am Rhein
Michael Prokow