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Die Wikinger

Das allgemeine Bild der Wikinger geht nicht weit über die Met saufenden, Hörnerhelm tragenden, plündernden und verwüstenden Seeräuber hinaus. Wikingerschiffe Die ersten beiden Aussagen sind Klischees ungeklärter Ursache, letzteres stimmt durchaus. Die Wikinger waren Seeräuber, das Wort vikingr heisst nichts anderes als Seeräuber (manche Autoren vermuten auch eine Herkunft vom Wort vik was Bucht bedeutet) - aber ein Wikinger hätte sich selbst nie so bezeichnet, der Name für das umtriebige skandinavische Volk ist erst durch spätere Aufzeichnungen entstanden. Zur Zeit der Wikinger waren sie einfach nur Norweger, Schweden und Dänen und in Mitteleuropa schlicht "Nordmänner". Doch hier soll gezeigt werden, dass die Wikinger eben nicht nur Krieger, sondern hauptsächlich Bauern und auch grossartiger Händler waren.

Krieger

"A fvrore normannorvm libera nos domine" - "Herr, befreie uns vor der Raserei der Nordmänner" ist ein englisches Stossgebet aus dem 9. Jahrhundert das sehr gut die Furcht vor den Männern auf den schnellen Schiffen beschreibt. Im Jahr 793 beginnt das Wikingerzeitalter (aus heutiger Sicht) mit dem Überfall auf das Kloster Lindisfarne an der Küste Northumbriens. Das Kloster, welches 635 gegründet wurde, bot den Norwegern reiche Beute. Sie schlachteten das Vieh und erschlugen die, die sich ihnen in den Weg stellten. Sie plünderten die reichen Schätze des Klosters und entweihten die Reliquien. Die christlichen Geschichtsschreiber wissen den Vorfall brutal zu beschreiben. Vielleicht brutaler als die Wirklichkeit. Wikingerschiffe Als die Nordmänner zu Hause ankamen und die daheimgebliebenen die reichen Schätze sahen, war das Fieber wahrscheinlich geweckt. Von nun an plünderten wikingische Horden Klöster und Städte. In der Zeittafel sind die wichtigsten Ereignisse festgehalten.

Der grosse Vorteil der Nordleute waren ihre wendigen Schiffe. Sie waren schnell und leicht und sie hatten wenig Tiefgang wodurch sie auch in flachen Gewässern manövrieren konnten. Daher konnten sie mit ihren Schiffen direkt bis an alle Strände fahren, von den Boten springen und direkt angreifen. Diese Schnelligkeit, der Überraschungsmoment war die Stärke der Wikinger - und sie wussten sie auszunutzen. Erschwerend kam hinzu, dass die Mitteleuropäer schlicht keine Ahnung vom Schiffsbau hatten und somit auf den Meeren keine Gefahr darstellten und auch ihre Flüsse nicht zu verteidigen wussten. So muss den Wikingern der Rhein wie eine Goldalder ins Herz von Europa vorgekommen sein, sie kamen bis nach Mainz und Koblenz, bereisten sogar die Mosel um bis nach Trier (882) vorzudringen. Im Osten kamen sie über die Wolga bis zum kaspischen Meer und über den Dnjepr bis nach Byzanz.

Händler

Diese Routen wurden natürlich auch von den Händlern der Nordleute genutzt. Verschiedene Handelsplätze geben Auskunft über die Handelsfahrten der Wikinger. So finden sich Glaswaren aus Westeuropa und Mühlsteine aus der Eifel neben slawischer Keramik und byzantinischen Münzen. Das Münzwesen übernahmen sie allerdings erst recht spät, zunächst basierten ihre Tätigkeiten auf reinem Tauschhandel. Dieser wandelte sich dann in den Handel mit sogenanntem "Hacksilber". Dabei wurde ausschliesslich das Gewicht von Silber zru Grundlage des Wertes genommen, deshalb wurden wertvolle Kunstgegenstände einfach zerstört, zerhackt, wenn noch ein Stück am Gewicht fehlte.

Der Handelstätigkeit der Wikinger verdanken wir einen grossartigen Bericht über ihre Lebensweise. Der arabische Handelsreisende Ibn Fadlan begegnete den Rus, schwedischen Wikingern, im Wolgagebiet und hielt seine Eindrücke fest.

Bauern

Der grösste Teil der skandinavischen Bevölkerung bestand jedoch aus einfachen Bauern die das karge Land bestellten und Viehzucht betrieben. Sie lebten in Langhäusern - Häusern die aus einem langem Raum bestanden und in der Mitte eine Feuerstelle hatten (darüber war das Dach offen damit wenigstens ein Teil des Rauches abziehen konnte) und meist an einem Ende als Stall genutzt wurden.

Allen Bevölkerungsschichten gemein sind die strengen Vorstellungen von Stolz und Ehre, die uns im Havamal begegnen. Auch ein gewisser Fatalismus ist den Wikingern anheim. Sie fügen sich stehts in ihr Schicksal wenn sie glauben es erkannt zu haben. Das ging sogar soweit, dass der uebelste Abschaum sich damit zu entschuldigen wusste, dass es nunmal sein Schicksal sei zum uebelsten Abschaum zu gehoeren. Und das wurde auch weitestgehend akzeptiert (natuerlich nicht ohne Konsequenzen). Ausserdem war man sehr pragmatisch. Im Havamal heisst es:

Der Hinkende reite, der Handlose hüte,
Der Taube taugt noch zur Tapferkeit.
Blind sein ist besser als verbrannt werden:
Der Tote nützt zu nichts mehr.




Hier tragen wir einige wichtige Daten über die Nordmänner zusammen. Im WWW findet man zu praktisch jeder Frage zum Thema Wikinger eine Antwort - manchmal eine richtige, aber leider oft auch eine falsche. Wir hoffen hier keine Fehlinformation zu präsentieren, sind aber auch abhängig von der Informationsverbreitung durch andere.

Zurzeit gibt es folgende Seiten:

Wikingereinfälle in Prüm
1066 - Die Schlacht von Hastings
Zeittafel
Der Hörnerhelm
Nahrungsmittel der Wikinger
Mythologie und Weltvorstellung
Justiz und Foltermethoden bei den Wikingern
Spiele zum Zeitvertreib
Literatur
Filme
Moderne Lyrik



Normannen (Nordmannen, Wikinger)

mittelalterliche Bezeichnung für Skandinavier, besonders für die seit dem Ende des 8. Jahrhunderts die europäischen Küstenstädte und -gebiete plündernden Seefahrer aus den nordischen Ländern (Dänen, Norweger, Schweden). Seit 800 suchten sie immer häufiger Küsten- und Flussgebiete des Frankenreichs heim, eroberten wiederholt Paris und zerstörten 845 Hamburg. Ihre Flotten drangen bis Mainz und Metz (881), Burgund (Seine- und Saônequellen, 886) und ins Mittelmeer vor. Eine Gruppe unter Rollo ließ sich in der Gegend um Rouen nieder und gründete 911 das Herzogtum Normandie. Andere Scharen setzten sich seit 866 planmäßig in England fest. 1066 eroberten die nordfranzösischen Normannen England. Auf der Insel Man hatten die Normannen 820 ein Königreich gegründet, das sich bis 1266 hielt. Im 9. Jahrhundert wurden weitere Kleinkönigreiche der Normannen errichtet. Seit 860 kamen die Normannen nach Island und ließen sich dort ab 874 nieder, seit etwa 981 nach Grönland, um 1000 nach Amerika. Schwedische Normannen (Waräger) drangen in den Ostseeraum und nach Russland vor (9. Jahrhundert) und erreichten Byzanz. Das Mittelmeer war seit dem Niedergang der römischen und später der byzantinischen Flottenmacht begehrtes Raubgebiet für Normannenzüge.
Seit 1016 traten Ritter aus der Normandie in den Dienst süditalienischer Fürsten. Robert Guiscard (1059-1085) eroberte ganz Unteritalien und nahm es als Herzogtum (Apulien und Kalabrien) vom Papst zu Lehen. Roger II. wurde 1130 vom Papst, der die Normannen als Gegengewicht gegen die deutschen Könige und Kaiser brauchte, als König von Sizilien, Kalabrien und Apulien anerkannt.
Die staatsbildende Begabung der nur dünnen normannischen Oberschicht hat sowohl in Süditalien als auch in der Normandie gut organisierte Staaten mit hoher Kultur geschaffen, deren Einrichtungen (Zentralismus, Beamtentum) im Mittelalter vorbildlich für andere europäische Staaten wurden.
Original auf wissen.de

Thomas

Kommentare zu diesem Beitrag:

Gregor G.
14.12.2003, 09:55 Uhr
Nicht schlecht was du/ihr hier so rausgesucht hast/habt.
Aber warum habt ihr keine Quellen mit denen ihr euer wissen belegt ???
 
Thomas Nesges
17.12.2003, 11:48 Uhr
Ich verstehe nicht ganz was du meinst. Für diese Einstiegsseite ist keine spez. Quelle genannt, da sich die Informationen aus vielen verschiedenen Quellen zusammensetzen. Wenn wir sonst eng an Quellen arbeiten werden diese immer genannt.
 
alexander
05.02.2004, 07:37 Uhr
rus = schwedische wikinger... ?! Wissenschaftlich noch nicht geklärt, ob der Autor in seinem Werk ein Treffen mit normannischen(!) oder slavischen Stämmen beschreibt...
 
Uriel aus Lappland
09.02.2004, 21:16 Uhr
"rus" stammt von dem finnischen Wort "ruotsi" ab und bedeutet Schweden.
 
Peer Carstens
11.11.2004, 13:19 Uhr
Ich habe bei Oxenstierna gelesen, daß Rus die Bewohner der schhwedeischen Ortschaft Roslagen meint.
So ganz ist die Herkunft jedenfalls noch nicht geklärt. Auch Ruderkerle wurde schon als Ursprung angeführt.
 
mad wurst
02.01.2005, 13:14 Uhr
kann mir jemand sagen wo ich informationen über den angriff der wikinger auf paris finde?kennt vielleicht jemand bücher die von dem thema handeln oder in denen einiges darüber steht?
 
t. wichterich
19.02.2005, 09:02 Uhr
Es ist mir wirklich neu das,das Wort Wikinger mit Schweden übersetzt wird.Ich habe hier einen nicht uninteressanten Absatz im Buch "Wikinger am Rhein 800-1000" von A.Willemsen (Theiss-Verlag)gefunden:"...dass weder Opfer noch Chronisten der Wikingerzeit die Seeräuber als "Wikinger" bezeichnen- dies ist ein Name, den die Skandinavier sich selbst gegeben hatten.In den Quellen ist von "dänischen Piraten" oder von "Normannen" die Rede.Später,nach 1070,gibt der Chronist Adam von Bremen folgende Erklärung:"Die fränkischen Geschichtsschreiber nennen die Dänen und alle anderen Völker jenseits Dänemarks `Normannen`."Und weiter heisst es:"Die Piraten,die sie [die Dänen]`Wikinger`(Wichingos) nennen,bezeichnen wir als Àscomanni`."
 
Thomas Nesges
21.02.2005, 08:57 Uhr
Nicht das da jetzt ein Missverständnis besteht: Nicht das Wort "Wikinger" bedeutet "Schweden", sondern das Wort "rus" (siehe Uriels Kommentar)
 
stephan schwebs
07.07.2005, 23:57 Uhr
mit inbrust gelesener artikel, ....quellen fehlen
schon....entspricht aber schon der wahrheit......
bis evt. rollo.
mach weiter so
netter gruß
s.g.schwebs
 
Kerstim und Jasmin
01.09.2005, 15:00 Uhr
Viel zu viel Text
 
Marie Märkl
22.06.2006, 18:03 Uhr
Der Artikel war sehr hilfreich für mich, da ich in Englisch eine Präsentation über die Eroberung Englands durch die Normannen halten muss.Ich habe aber schon richtig verstanden,dass Wikinger mit Normanne gleichzusetzen ist, oder???
 
hanzz hanssen
30.09.2006, 10:45 Uhr
Normannen , wenn ich es noch richtig weiß heißen sie eigentlich Nordmannen und und bezeichnen eben die Wikinger @ Marie
 
Ann-Kathrin Roller
24.11.2006, 20:24 Uhr
Cool was du hier so gemacht hast, hat mir echt viel für mein Referat gebracht!
 
a
17.01.2007, 17:29 Uhr
Das ist alles doof !
 
Anar der Röde
18.04.2007, 12:19 Uhr
Ist zwar schon älter, aber ergänze mal was :
Der Begriff Wikinger taucht das erste mal in der angelsächsischen Dichtung Widsith auf (ca. 6-7 Jhd.), wurde aber zur Zeit der Nordmänner nicht verwendet.
Bezeichnungen:
Normanni = Nordmänner (Frankreich)
Lochlannach = Nordmänner (Irland)
Madjus = heidnische Unholde (arabischer Raum)
Kvadlunak = ??? (Inuit, also Eskimos)

Adam v. Bremen bezeichnete sie als Ascomanni (Eschenmänner), was wahrscheinlich wegen Ihrer Boote so ist. (aber auch erst nach der "Wikingerzeit)

Waräger und Rus nahmen wohl eine Sonderstellung im Slavischen Raum bis runter nach Byzanz ein, wobei die Waräger eher die freien Söldner waren und die Rus schon sich dort angesiedelt haben ! Siehe auch Warägergarde !

Das Wort Wikinger stammt wahrscheinlich vom altnordischen "vikingr" ab, was rauben, plündern bedeutet. Andere Wortstämme sind aber möglich.
 
Lutz
01.12.2008, 00:14 Uhr
Zu:"Das Kloster, welches 635 gegründet wurde, bot den Norwegern reiche Beute."
Meines Wissens nach waren es Dänen die Northumbrien überfallen und geplündert haben. Ich lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen! ;)
 
Oliver
30.08.2009, 20:01 Uhr
Ich habe die DVD "Ring Of Power". Ist auch auf YouTube zu sehen. Dort wird folgendes gesagt: Viking leitet sich von VI-King ab, also von "6 Kings". Dies wiederum beziehe sich auf die Hyksos (=6 Könige), welche den Ägyptern Ihre Herrschaft (durch interne Ränkespiele) abgeluxt haben und dann als der Stamm Dan (Danube, Dan-mark) sich nach Nordeuropa ausgebreitet haben. Daher auch die Verbreitung des Kilt von Ägypten über Mazedonien bis zu ´Prinz Charles´. Ebenso B´rith-Ish-e Königskrönung auf Stufenpyramide, etc. Was sagt Ihr dazu? Habt Ihr schon mal was von den Hyksos gehört?
 
Thomas Nesges
31.08.2009, 09:36 Uhr
Ring of Power: Das klingt mir eher nach den Fantasien von Verschwörungstheoretikern als nach fundierter Wissenschaft. Das würde ich nicht ernst nehmen.
 

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