Trebeta  
 

Trebeta

Im Jahre 1300 vor der Gründung der Stadt Rom führte der Assyrerkönig Ninus in der Absicht, seinen Herrschaftsbereich auszuweiten, Heere über die Grenzen seines Reiches. Fünfzig blutige Jahre seines Lebens verbrachte er in Kriegen, die er in Asien führte. Zuletzt überwand er den Baktrerkönig Zoroaster in einer Schlacht und liess ihn töten. Er selbst erlag aber einem Pfeilschuss, als er eine Stadt belagerte.

Er hinterliess seine Gattin Semiramis und zwei Söhne: Trebeta und Nina. Der ältere, Trebeta, entstammte einer Verbindung mit einer Chaldäerkönigin, die Ninus vor Semiramis geheiratet hatte. Nina dagegen war ihm von Semiramis geboren worden. Nach ihres Gatten Tod wollte Semiramis ihren Stiefsohn Trebeta heiraten. Da dieser sich aber ihrer Absicht widersetze, verfolgte sie ihn so lange mit ihrem Hass, bis sie ihn aus ihrem Reich vertrieb.

Trebeta zog nun lange umher und suchte eine neue Heimat. Ermattet von den Strapazen seines Umherziehens, suchte er endlich durch Los zu erfahren, wo er sich niederlassen könnte. Das Los wies ihn nach Euopa. Nach Überquerung des Mittelmeers gelangte Trebeta in das Moseltal, ein Land, an Wäldern reich und von Berghängen umschlossen. Gefangen von der Lieblichkeit der Landschaft beschloss er, dort zu bleiben und eine Stadt zu erbauen, der er seinen Namen Trebeta (Treberis = Treveris) gab.

Im Jahre 1250 vor der Gründung Roms wurde die Stadt Trier also gegründet, ein Ort von noch geringem Ruf. Dies geschah im 7. Jahre der Lebenszeit des Patriarchen Abraham.

Nach Trebetas Tod folgte ihm in der Herrschaft sein Sohn Heros. Er liess seinen Vater nach heidnischer Sitte verbrennen und bestattete ihn auf einem Gipfel des Juraberges (Mons Juranus = heutiger Petrisberg). Er errichtete ihm Altäre und befahl seinen Untertanen, seinen Vater als Gott zu verehren. Auch liess er die Taten seines Vaters auf einer Marmortafel aufschreiben, die er zur Kenntnis der kommenden Geschlechter mit dem Leichnam seines Vaters dem Schoss der Erde übergab.

Porta Nigra

Nach Hero's Tode regierten eingeborene Trierer die Stadt. Und schon unternahmen es die Trierer, an Zahl und Macht gewachsen, ihre Stadt zu befestigen. Zuerst erbauten sie an der Nordseite der Stadt aus Quadersteinen ein Stadttor mit grossen Türmen und nannten es Porta Nigra oder Marstor. Seine Steine waren nicht durch Kalkmörtel, sondern durch Eisen oder Blei miteinander verbunden. Sie nannten es Marstor, wenn sie auszogen zum Krieg. Schwarzes Tor (Porta Nigra) wurde es genannt wegen der Trauer, in der sie, wenn sie vom Feind besiegt wurden, durch es zurückkehrten. Das an Länge und Breite geräumige Feld nördlich dieses Tores, wo die jungen Männer zum Kriegsdienst ausgebildet wurden, hiess Marsfeld.

Ein zweites Tor wurde gegen Osten, ebenfalls mit prachtvollen Türmen, errichtet. Hier wurden die Trierer, wenn sie aus einem Krieg siegreich zurückkehrten, unter dem Zulauf und den Freudensbezeigungen der ganzen Stadt empfangen. Deshalb nannte man es Porta Alba (Weisses Tor).

Das dritte Tor wurde mit hohen Türmen an der Südseite der Stadt erbaut; man nannte es das Porta Media (Mitteltor). Ein grosser und bedeutender Handesmarkt befand sich vor diesem Tor. Dort wurden auch die Toten zur Bestattung hinausgetragen.

Ein viertes Tor stand im Westen am Ufer der Mosel. Es übertraf an Pracht und Schönheit alle anderen Tore und hatte deshalb den Namen Porta Inclita (Berühmtes Tor). Die Trierer zierten es mit Sternen aus Gold, die den benachbarten Hafen bei Tag und Nacht als Leuchtturm dienten.

Kaiserthermen

Auch errichteten die Trierer ein geräumiges Kapitol, ferner einen Götzentempel, in dem nicht weniger als 100 Götzenbilder vom Volke verehrt wurden. Sie errichteten ferner zu Ehren des Gottes Merkur, den sie als höchsten Gott verehrten und der - wie sie glaubten - als Mittler zwischen Göttern und Menschen und als Bote des Friedens hin und her flog, einen Bogen von grosser Höhe, in dem sie ein überaus grosses, ehernes Bild Merkurs, so als flöge es durch die Luft, zum Schweben brachten; er trug die Inschrift: "Frei in den Lüften hängt aus Eisen der Heroldsträger". Es war aber ein Magnetstein im Gewölbe und ein anderer im Boden des Bogens eingefügt, dessen natürliche Kraft das Eisen in gerader Richtung anzog, und so schwebte das mächtige, eherne Bild in der Luft.

Nicht weit davon erbauten sie über die Mosel aus mächtigen Steinen, die durch Blei und Eisen verbunden waren, eine Brücke, die kein Alter wankend machen und keine Wasserflut zerstören kann. Sie errichteten auch Türme, Paläste, Tempel, Statuen, Thermen und Theater. Da sie auch Wasser im Überfluss zu haben wünschten, leiteten sie einen Bach, der heute Olewig heisst, am Fusse des Juraberges in die Stadt, der, in verschiedene Läufe aufgeteilt, kaum der Hälfte der Stadt genügen konnte. Da leiteten sie nun einen zweiten Bach, Riveris genannt, mit steinernen Bögen an verschiedenen Bergeshängen vorbei und über tiefe Täler und erfüllten alle ihre Strassen mit frisch fliessendem Wasser, das, durch Regenwasser vermehrt, allen Unrat der Stadt in die Mosel führte.


aus: Emil Zenz: "Streifzug durch die Taten der Trierer", Paulinus-Verlag, Trier, 1989

Interessant sind auch die Kapitel 25, 27 und 28 aus der Chronik Johannes Rothes aus dem 15. Jahrhundert.

Thomas

Kommentare zu diesem Beitrag:

Thomas Nesges
22.04.2004, 15:49 Uhr
Carlo Del Vecchio hat unter http://home.t-online.de/home/Carlo.Delvecchio/5101.htm einige weitere Informationen zur Trebeta Sage gesammelt.
 
Carlo Del Vecchio
02.04.2005, 22:39 Uhr
Meine Homeadresse hat sich geändert. Die neue Adresse der Trebeta-Sage lautet:

http://www.tricon.homepage.t-online.de/5101.htm
 
Ronja und Isabell
17.08.2009, 12:02 Uhr
Na ihr alle wie wars in dasburg,
wir wollten nur mal liebe grüße da lassen
Ronja und Isabell
 

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