Trebeta  
 

Thormoðr Pállson

Das Foto ist in Altenglan im Jahr 2003 entstanden

Thormoðr Pállson ist mein Name. Zwei Jahre nachdem Ingolfur Arnason seinen Fuss auf Islands Boden gesetzt hatte setzte mein Vater, Páll Askrson, zum neuen Land über. Zusammen mit meiner Mutter unterhielt er einen Hof mit einigem Vieh und weiten Äckern und kam schnell zu Wohlstand. Ich war damals drei Winter alt.

Im Alter von 15 Jahren geschah mir ein grosses Unglück. Tjarkse Holgerson hatte behauptet der Vater meines Vaters sei daheim im Bett an Altersschwäche gestorben. Jeder weiss, dass das nicht war ist! Jeder weiss, dass Askr Madurson im Kampf für seinen Jarl vom Schwert durchbohrt gestorben ist! Ich gerieht über Tjarskes Schmähungen in Rage und erschlug ihn schliesslich mit einer Axt. Durch meinen Mord lag nun die Last der Wiedergutmachung auf mir und auch auf meiner Familie. Da ich meine jähzornige Tat bereute und einer Blutfehde aus dem Weg gehen wollte verliess ich endlich Island und zog zurück nach Norwegen.

In Norwegen schloss ich mich dem jungen Jarl Harald Nilson an, der Männer um sich sammelte für eine Handelsfahrt ins Frankenreich. Ein Jahr später landete die Flotte bei der Rheinmündung und wir gingen von Bord um mit den Einheimischen Handel zu treiben. Wir handelten uns dabei deren Waren und sie sich unsere Schwerthiebe ein. Wir erfuhren, dass die Stadt vor nicht allzu langer Zeit von einem normannischen Heer geplündert worden sei - dementsprecht mager war unsere Ausbeute gewesen. Jarl Harald beschloss der Spur des Heeres zu folgen um sich ihm anzuschliessen, denn auf eigene Faust war aus dem geschundenen Land kaum noch ein Blutstropfen zu holen. Das benötigte raubend kamen wir an die Maas, wo wir auf eine überwältigende Armee stiessen.

Harald schwor ihrem Fürsten seine Treue und wir gliederten uns in die Reihen ein. Von dort aus unternahmen wir viele Züge in die umliegenden Gebiete - doch ich wurde der ewigen Rauberei müde. Als wir aufbrachen ein Kloster in den Eifelgebirgen zu überfallen, erzählten sich die Männer Geschichten vom ungeheuren Reichtum dieses Hauses. Zehn Jahre zuvor hatte ein Heer dieses Kloster bereits einmal in Brand gesteckt und einige Veteranen dieser Tat erzählten voll stolz, dass sie ganze drei Tage in den Mauern des Klosters verbrachten und die schönsten Dinge - goldene Kelche, silberne Kerzenleuchter und rote Teppiche, von dort mitgenommen hatten. Lachend berichteten sie von den dummen Bauern, die sich ihnen in den Weg gestellt hatten - nicht einer hatte das folgende Gemetzel überlebt. Und so taten wir es auch dieses mal: Als wir die Tore der Abtei aufbrachen schafften nur wenige der Mönche die Flucht und sie konnten nur wenige Schätze mitnehmen. Die anderen erschlugen wir und auch die meisten Dienstleute wurden eher erschlagen als in die Sklaverei verschleppt.

Zu meinem Unglück stolperte ein besonders grosser und starker Bauer mit einer Mistgabel und stach sie mir ins rechte Bein, sodass ich unfähig war es zu benutzen. Ich spaltete dem Mann im Fallen mit meinem Schwert den Schädel, doch wäre ich selbst dort vereendet, wohlmöglich von den Flammen verzehrt worden, wenn nicht ein Kerl mich nach draussen geschleppt hätte. Er versorgte die Wunde ohne sich um den Rückzug unseres Heeres zu kümmern. So überlebte ich, doch wir verloren den Anschluss an unsere Truppen und blieben in den Wäldern der Eifel zurück.

Lange irrten wir danach umher, immer in Angst von den Frankensöhnen entdeckt zu werden und immer in Angst am nächsten Tag verhungern zu müssen. Wir schlugen uns immer tiefer in die Eifelwälder, bis wir schliesslich an einen allein stehenden Hof inmitten des Waldes kamen. Halb wahnsinnig vor Hunger, Durst und Schmerzen brachen wir in die ärmliche Hütte ein und füllten unsere Taschen mit allem was das Haus hergab, als ploetzlich eine feste Stimme zu uns sagte: "Hat man euch in eurer Heimat nicht das Gastrecht gelehrt? Bei Odin's Auge, wie sind eure Namen?" Erschrocken kehrten wir uns um - wir konnten unsere Schwerter kaum mehr heben. Vor uns stand ein grosser Mann, gehüllt in einen grauen Umhang. In seiner rechten hielt er ein blankes Haumesser, in seiner linken hielt er eine zaehnefletschende Bestie mit aller Muehe zurueck. "Warum sprichst du unsere Sprache?", erwiderte ich kraftlos. "Du hast meine Frage nicht beantwortet! Wer seid ihr und woher kommt ihr?", er gab seinem Hund ein Stück mehr Raum, starr vor Angst und Erschöpfung liessen wir unsere Waffen sinken und gaben ihm Auskunft. Er machte eine kurze Pause und sagte dann: "Vor vielen Jahren, es muss fast elf Winter her sein, kam ich mit einem grossen Heer am Rhein entlang in dieses Land. Ich bin ein Landsmann von euch!", damit gab er dem Tier einen Wink und liess die Leine gehen. Der Hund zog sich folgsam zurueck.

"Vor einigen Tagen habe ich euch im Wald entdeckt und bin euch gefolgt. Keine grosse Kunst, ihr wart so leise und unauffaellig wie ein zorniges Wildschein! In jedem Moment haette ich euch den Hals umdrehen koennen, aber ich habe Hoffnung dass ich eure Hilfe auf dem Hof gebrauchen kann. Ich gewähre euch heute Nacht in meinem Haus zu verbringen, morgen will ich euch mehr erzaehlen. Was sagt ihr?" Ich hatte zwar kaum ein Wort verstanden, aber allein der Gedanke an einen warmen Platz für die Nacht, liess mich nicken und alle Vorsicht fahren lassen. Wir blieben dort.

Eckdaten

Das Foto ist beim Î Skoginum im Jahr 2004 entstanden
  • 873 Ich werde bei Trondheim geboren
  • 874 Besiedelung Islands durch Ingolfur Arnarson
  • 876 Meine Familie siedelt nach Island um
  • 888 Ich erschlage Tjarkse Holgerson im Streit
  • 889 Ich schliesse mich Harald Nilson an
  • 890 An der Maas treffen wir auf ein gewaltiges normannisches Heer
  • 892 Wir überfallen das Kloster Prumia
  • 892 Unsere Gruppe formiert sich

Der Name

Ich habe den Namen Thormoðr Pállson gewählt. Eine Entsprechung für meine Vornamen "Thomas" zu finden war nicht leicht. Da "Thomas" "Zwilling" bedeutetm wäre die Übersetzung mit "Tvilling" eigentlich naheliegend, aber der Name gefällt mir nicht. Also entschied ich mich für den wenigstens etwas ähnlich klingenden Namen "Thormoðr". Olaf Tryggvason brachte einen christlichen Priester mit Namen Thormoðr aus England nach Norwegen um sein Volk zu bekehren (das ist allerdings sicherlich nicht mein Anliegen). Der Name bedeutet wörtlich übersetzt "Thors Wut".

Der Name meines Vaters ist "Paul", also suchte ich nach einem gleichlautenden nordischen Namen. "Páll" war die beste Entsprechung.

Mein Zeichen

Mein Zeichen beschreibt den Weg des Kriegers, der von Disziplin und Verantwortlichkeit gezeichnet ist. Es bringt Glück für die Gemeinschaft und schweisst sie zusammen. Es erinnert aber auch an die Härten des Lebens, die Zeiten der Unzufriedenheit, und lässt nach höherem streben.

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Thomas

Kommentare zu diesem Beitrag:

Philipp
30.10.2006, 12:55 Uhr
Ich finde eure site echt klasse, doch stellen sich mir noch ein paar fragen und daher wollte ich mal fragen ob man euch auch unter einer e-mail adresse ereichen kann...ich habe schon unter kontakte geguckt doch der link fuktioniert nicht. ich würde mich sehr freuen
 
Konráð Maxson
19.12.2006, 23:55 Uhr
Hallo!
Insgesamt nette Seite habt ihr da!
Der Name ist zwar "Páll" (im Isländischen, das ja dem Altnordischen sehr nahe kommt, würde man das übrigens "Pautl" aussprechen), aber da "Sohn des Páll" im Genitiv steht, schreibt man "Pálson" und nicht "Pállson", also nur mit einem "l".
Nix für ungut,
Konni
 
Thomas Nesges
24.12.2006, 15:50 Uhr
Danke für den Hinweis! Aber ich fürchte für eine Namensänderung ist's bereits zu spät - der gemeine Isländer war des Schreibens halt nicht sooo mächtig ;-)
 
Heinrich
26.12.2006, 13:52 Uhr
Insgesamt schöne seite, aber zur justiz steht bei mir nichts...
 
Tom Diederich
19.01.2009, 15:28 Uhr
Hallo, ich hätte eine Frage über das Hnefatafl Spiel ,ich laas das du diese herstellts und wollte fragen ,wiwviel eins kostet , und op es eine möglichkeit sie in grössere Zahl zum wiederverkauf zu erwerben ,da ich auf Mittelaltermärkten ,Gegenstände aus Holz ,doch fast ausschliesslich Olivenholz verkaufe ,darunter auch Schachtische und Bretter .
Ich wäre froh über eine Antwort .
Danke im voraus
Tom
 
Oliver
16.05.2009, 22:08 Uhr
Eure Seite is superklasse
Ich bin ein großer Fan der nordischen Mythologie und alles was dazu gehört..

Allerdings gibt es keine Mitinteressenten in meiner Gegend und in meinen Alter sowieso fast garnicht :)
trozdem alles gute Oliver
 

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