Thormoðr Pállson
hormoðr Pállson ist mein Name. Zwei Jahre nachdem Ingolfur Arnason seinen Fuss auf
Islands Boden gesetzt hatte setzte mein Vater, Páll Askrson, zum neuen Land
über. Zusammen mit meiner Mutter unterhielt er einen Hof mit einigem Vieh und
weiten Äckern und kam schnell zu Wohlstand. Ich war damals drei Winter alt.
Im Alter von 15 Jahren geschah mir ein grosses Unglück. Tjarkse Holgerson
hatte behauptet der Vater meines Vaters sei daheim im Bett an Altersschwäche
gestorben. Jeder weiss, dass das nicht war ist! Jeder weiss, dass Askr Madurson
im Kampf für seinen Jarl vom Schwert durchbohrt gestorben ist! Ich gerieht über
Tjarskes Schmähungen in Rage und erschlug ihn schliesslich mit einer Axt. Durch
meinen Mord lag nun die Last der Wiedergutmachung auf mir und auch auf meiner
Familie. Da ich meine jähzornige Tat bereute und einer Blutfehde aus dem Weg
gehen wollte verliess ich endlich Island und zog zurück nach Norwegen.
In Norwegen schloss ich mich dem jungen Jarl Harald Nilson an, der Männer um
sich sammelte für eine Handelsfahrt ins Frankenreich. Ein Jahr später landete
die Flotte bei der Rheinmündung und wir gingen von Bord um mit den Einheimischen
Handel zu treiben. Wir handelten uns dabei deren Waren und sie sich unsere
Schwerthiebe ein. Wir erfuhren, dass die Stadt vor nicht allzu langer Zeit von
einem normannischen Heer geplündert worden sei - dementsprecht mager war unsere
Ausbeute gewesen. Jarl Harald beschloss der Spur des Heeres zu folgen um sich
ihm anzuschliessen, denn auf eigene Faust war aus dem geschundenen Land kaum
noch ein Blutstropfen zu holen. Das benötigte raubend kamen wir an die Maas, wo
wir auf eine überwältigende Armee stiessen.
Harald schwor ihrem Fürsten seine Treue und wir gliederten uns in die Reihen
ein. Von dort aus unternahmen wir viele Züge in die umliegenden Gebiete - doch
ich wurde der ewigen Rauberei müde. Als wir aufbrachen ein Kloster in den
Eifelgebirgen zu überfallen, erzählten sich die Männer Geschichten vom
ungeheuren Reichtum dieses Hauses. Zehn Jahre zuvor hatte ein Heer dieses
Kloster bereits einmal in Brand gesteckt und einige Veteranen dieser Tat
erzählten voll stolz, dass sie ganze drei Tage in den Mauern des Klosters
verbrachten und die schönsten Dinge - goldene Kelche, silberne Kerzenleuchter
und rote Teppiche, von dort mitgenommen hatten. Lachend berichteten sie von den
dummen Bauern, die sich ihnen in den Weg gestellt hatten - nicht einer hatte das
folgende Gemetzel überlebt. Und so taten wir es auch dieses mal: Als wir die
Tore der Abtei aufbrachen schafften nur wenige der Mönche die Flucht und sie
konnten nur wenige Schätze mitnehmen. Die anderen erschlugen wir und auch die
meisten Dienstleute wurden eher erschlagen als in die Sklaverei verschleppt.
Zu meinem Unglück stolperte ein besonders grosser und starker Bauer mit einer
Mistgabel und stach sie mir ins rechte Bein, sodass ich unfähig war es zu
benutzen. Ich spaltete dem Mann im Fallen mit meinem Schwert den Schädel, doch
wäre ich selbst dort vereendet, wohlmöglich von den Flammen verzehrt worden,
wenn nicht ein Kerl mich nach draussen geschleppt hätte. Er versorgte die Wunde
ohne sich um den Rückzug unseres Heeres zu kümmern. So überlebte ich, doch wir
verloren den Anschluss an unsere Truppen und blieben in den Wäldern der Eifel
zurück.
Lange irrten wir danach umher, immer in Angst von den Frankensöhnen entdeckt
zu werden und immer in Angst am nächsten Tag verhungern zu müssen. Wir schlugen
uns immer tiefer in die Eifelwälder, bis wir schliesslich an einen allein
stehenden Hof inmitten des Waldes kamen. Halb wahnsinnig vor Hunger, Durst und
Schmerzen brachen wir in die ärmliche Hütte ein und füllten unsere Taschen mit
allem was das Haus hergab, als ploetzlich eine feste Stimme zu uns sagte: "Hat
man euch in eurer Heimat nicht das Gastrecht gelehrt? Bei Odin's Auge, wie sind
eure Namen?" Erschrocken kehrten wir uns um - wir konnten unsere Schwerter kaum
mehr heben. Vor uns stand ein grosser Mann, gehüllt in einen grauen Umhang. In
seiner rechten hielt er ein blankes Haumesser, in seiner linken hielt er eine
zaehnefletschende Bestie mit aller Muehe zurueck. "Warum sprichst du unsere
Sprache?", erwiderte ich kraftlos. "Du hast meine Frage nicht beantwortet! Wer
seid ihr und woher kommt ihr?", er gab seinem Hund ein Stück mehr Raum, starr
vor Angst und Erschöpfung liessen wir unsere Waffen sinken und gaben ihm
Auskunft. Er machte eine kurze Pause und sagte dann: "Vor vielen Jahren, es muss
fast elf Winter her sein, kam ich mit einem grossen Heer am Rhein entlang in
dieses Land. Ich bin ein Landsmann von euch!", damit gab er dem Tier einen Wink
und liess die Leine gehen. Der Hund zog sich folgsam zurueck.
"Vor einigen Tagen habe ich euch im Wald entdeckt und bin euch gefolgt. Keine
grosse Kunst, ihr wart so leise und unauffaellig wie ein zorniges Wildschein! In
jedem Moment haette ich euch den Hals umdrehen koennen, aber ich habe Hoffnung
dass ich eure Hilfe auf dem Hof gebrauchen kann. Ich gewähre euch heute Nacht in
meinem Haus zu verbringen, morgen will ich euch mehr erzaehlen. Was sagt ihr?"
Ich hatte zwar kaum ein Wort verstanden, aber allein der Gedanke an einen warmen
Platz für die Nacht, liess mich nicken und alle Vorsicht fahren lassen. Wir
blieben dort.
- 873 Ich werde bei Trondheim geboren
- 874 Besiedelung Islands durch Ingolfur Arnarson
- 876 Meine Familie siedelt nach Island um
- 888 Ich erschlage Tjarkse Holgerson im Streit
- 889 Ich schliesse mich Harald Nilson an
- 890 An der Maas treffen wir auf ein gewaltiges normannisches Heer
- 892 Wir überfallen das Kloster Prumia
- 892 Unsere Gruppe formiert sich
Ich habe den Namen Thormoðr Pállson gewählt. Eine Entsprechung für meine Vornamen "Thomas" zu finden war nicht leicht. Da "Thomas" "Zwilling" bedeutetm wäre die Übersetzung mit "Tvilling" eigentlich naheliegend, aber der Name gefällt mir nicht. Also entschied ich mich für den wenigstens etwas ähnlich klingenden Namen "Thormoðr". Olaf Tryggvason brachte einen christlichen Priester mit Namen Thormoðr aus England nach Norwegen um sein Volk zu bekehren (das ist allerdings sicherlich nicht mein Anliegen). Der Name bedeutet wörtlich übersetzt "Thors Wut".
Der Name meines Vaters ist "Paul", also suchte ich nach einem gleichlautenden nordischen Namen. "Páll" war die beste Entsprechung.
Mein Zeichen beschreibt den Weg des Kriegers, der von Disziplin und Verantwortlichkeit gezeichnet ist. Es bringt Glück für die Gemeinschaft und schweisst sie zusammen. Es erinnert aber auch an die Härten des Lebens, die Zeiten der Unzufriedenheit, und lässt nach höherem streben.
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Thomas
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Kommentare zu diesem Beitrag:
30.10.2006, 12:55 Uhr
19.12.2006, 23:55 Uhr
Insgesamt nette Seite habt ihr da!
Der Name ist zwar "Páll" (im Isländischen, das ja dem Altnordischen sehr nahe kommt, würde man das übrigens "Pautl" aussprechen), aber da "Sohn des Páll" im Genitiv steht, schreibt man "Pálson" und nicht "Pállson", also nur mit einem "l".
Nix für ungut,
Konni
24.12.2006, 15:50 Uhr
26.12.2006, 13:52 Uhr
19.01.2009, 15:28 Uhr
Ich wäre froh über eine Antwort .
Danke im voraus
Tom
16.05.2009, 22:08 Uhr
Ich bin ein großer Fan der nordischen Mythologie und alles was dazu gehört..
Allerdings gibt es keine Mitinteressenten in meiner Gegend und in meinen Alter sowieso fast garnicht :)
trozdem alles gute Oliver